Nachhaltig behandeln ? Wie umweltfreundlich ist deine Praxis?
? Zwischen Einmalhandschuh und Dauerlösung
Wer kennt es nicht: Nach jedem Patienten ein frischer Handschuh, eine neue Unterlage, ein desinfiziertes Instrument hygienisch muss es sein, keine Frage.
Doch was bedeutet das für unsere Umwelt?
Die Podologie lebt von Sauberkeit und Sicherheit, doch in Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit müssen wir uns fragen:
Geht es auch nachhaltiger?
Der tägliche Fußabdruck - ökologisch betrachtet
Im Praxisalltag entstehen täglich Müllberge: Handschuhe, Tupfer, Einmalinstrumente, Verpackungen. Das meiste davon ist Einwegware, aus gutem Grund, aber mit Folgen für die Umwelt. Viele Kollegen empfinden die Müllmenge als notwendiges Übel.
Doch es gibt Alternativen.
Was ist das Problem?
Die meisten Praxismaterialien bestehen aus Plastik oder Verbundstoffen, die nur schwer Recycelbar sind. Hinzu kommen Chemikalien aus Desinfektionsmitteln und energieintensive Geräte.
Warum ist das relevant?
Unsere Patienten werden sensibler, nicht nur für ihre Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Nachhaltigkeit ist kein Modetrend mehr, sondern ein Qualitätsmerkmal.
Grüner werden - aber wie?
?? Wiederverwendbare Materialien:
Instrumente aus Edelstahl statt Einwegprodukte, waschbare Abdeckungen, Mehrwegbecher im Wartebereich das spart Müll und langfristig auch Geld.
? Nachhaltige Pflegeprodukte:
Setze auf zertifizierte Naturkosmetik, möglichst ohne Mikroplastik und Tierversuche. Es gibt inzwischen viele Anbieter, die speziell für den medizinischen Bereich entwickelt wurden.
? Energie & Ressourcen:
LED-Lampen, Geräte mit niedrigem Stromverbrauch, digitalisierte Dokumentation statt Papierflut kleine Schritte, große Wirkung.
? Umweltfreundliche Reinigung:
Es gibt Desinfektionsmittel auf Basis von Milchsäure oder Alkohol, die wirksam und gleichzeitig biologisch abbaubar sind. Auch das spart CO? und belastet die Atemwege weniger.
Ausblick: Die Praxis von morgen
Stell dir vor, deine Praxis wird CO?-neutral betrieben mit Solarstrom, Mülltrennungssystem und nachhaltigen Möbeln. Klingt utopisch? Viele Kolleginnen und Kollegen haben bereits damit angefangen. Auch Hersteller ziehen mit und entwickeln umweltverträgliche Produktlinien.
Zukunftsfähige Podologie bedeutet nicht nur, technisch auf dem neuesten Stand zu sein sondern auch ökologisch. Denn Gesundheit fängt bei den Füßen an, aber hört beim Planeten nicht auf.
? Mein Tipp aus der Praxis:
Mach einmal im Monat einen ?grünen Tag?: Prüfe, wo du Ressourcen sparen oder umstellen kannst. Kleine Veränderungen summieren sich!
Eure Podologin Andrea ?
Hier ist eine Checkliste für nachhaltiges Arbeiten in der podologischen Praxis, übersichtlich und praxisnah ideal zum Aufhängen im Mitarbeiterraum oder zur eigenen Kontrolle:
? Nachhaltigkeits-Checkliste für deine Praxis
? Materialien & Verbrauch
- Wiederverwendbare Instrumente statt Einwegprodukte (z.?B. aus Edelstahl)
- Waschbare Unterlagen & Abdeckungen (z.?B. Stofftücher, Silikonauflagen)
- Recyclingfähige Verpackungen bevorzugen
- Produkte mit Umweltzertifikaten (z.?B. Blauer Engel, Ecocert)
? Pflege & Reinigung
- Naturkosmetik ohne Mikroplastik & Parabene verwenden
- Umweltfreundliche Reinigungs- & Desinfektionsmittel einsetzen
- Dosierhilfen verwenden zur Reduktion des Chemikalienverbrauchs
? Energie & Technik
- LED-Beleuchtung in allen Räumen
- Geräte mit Energiesparmodus & geringem Stromverbrauch
- Geräte nur bei Bedarf einschalten ? keine Standby-Dauerläufer
- Digital statt Papier: Dokumentation, Terminplanung, Rechnungen
? Müll & Entsorgung
- Mülltrennung konsequent umsetzen (Papier, Kunststoff, Restmüll, Gefahrstoffe)
- Verpackungsmüll reduzieren
- Rückgabe- oder Recyclingprogramme von Herstellern nutzen
? Praxisumfeld & Bewusstsein
- Getränke im Glas oder nachhaltigen Bechern anbieten
- Nachhaltigkeit regelmäßig im Team besprechen
- Patienten über umweltfreundliche Maßnahmen informieren
? Denn jeder kleine Haken auf dieser Liste ist ein großer Schritt für eine gesündere Zukunft ? für deine Patienten, deine Praxis und unseren Planeten. ?