? Kennst du das? Ein Patient kommt mit einem leicht geröteten Zeh ?wird schon nichts sein?, denkt man. Doch beim genaueren Blick zeigt sich: der Nagel wächst seitlich ins Gewebe, die Haut ist gereizt, vielleicht sogar schon entzündet. Und plötzlich wird aus einem vermeintlich harmlosen Problem ein Fall für den Podologen.
Was passiert da eigentlich?
Ein eingewachsener Nagel medizinisch Unguis incarnatus entsteht, wenn der seitliche Nagelrand in das umliegende Gewebe einwächst. Das kann durch falsches Schneiden der Nägel, zu enge Schuhe, genetische Veranlagung oder auch mechanische Belastung passieren.
Die Folge:
Schmerzen, Rötung, Schwellung und im fortgeschrittenen Stadium sogar eitrige Entzündungen.
Besonders häufig betroffen: der große Zeh.
Warum die Behandlung wichtig ist
Was als kleines Zwicken beginnt, kann schnell zum ernsthaften Problem werden. Denn das eingewachsene Nagelstück reizt das Gewebe dauerhaft es kommt zur Entzündung, Bildung von Granulationsgewebe (?wildes Fleisch?) und im schlimmsten Fall zu chronischen Wunden, die sich bei Risikopatienten (z.?B. Diabetikern) schlecht oder gar nicht mehr schließen.
Frühzeitiges Handeln erspart dem Patienten viel Leid und uns aufwendige Behandlungen.
Behandlungsansätze individuell und stadiengerecht
Die Therapie eines eingewachsenen Nagels hängt stark vom Stadium ab. Eine gute podologische Diagnostik ist deshalb der erste Schritt. Die Einteilung erfolgt meist in drei Stadien:
? Stadium I ? Reizung ohne Entzündung
? Stadium II ? Entzündung mit Sekretbildung (Eiter)
? Stadium III ? Granulationsgewebe und chronische Entzündung
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Fazit
Ein eingewachsener Nagel ist kein ?kleines Übel?, sondern gehört in fachkundige Hände und das so früh wie möglich. Mit dem richtigen Wissen, dem passenden Werkzeug und viel Fingerspitzengefühl kannst du deinen Patienten effektiv helfen und oft auch eine Operation verhindern.
Bleib wachsam bei den ersten Anzeichen denn früh erkannt, ist halb behandelt. ?
Eure Podologin Andrea