Was tun beim eingewachsenen Nagel?

Was tun beim eingewachsenen Nagel?

Eingewachsener Nagel kleine Ursache, große Schmerzen?

 

👣 Kennst du das? Ein Patient kommt mit einem leicht geröteten Zeh „wird schon nichts sein“, denkt man. Doch beim genaueren Blick zeigt sich: der Nagel wächst seitlich ins Gewebe, die Haut ist gereizt, vielleicht sogar schon entzündet. Und plötzlich wird aus einem vermeintlich harmlosen Problem ein Fall für den Podologen.

Was passiert da eigentlich?

Ein eingewachsener Nagel medizinisch Unguis incarnatus entsteht, wenn der seitliche Nagelrand in das umliegende Gewebe einwächst. Das kann durch falsches Schneiden der Nägel, zu enge Schuhe, genetische Veranlagung oder auch mechanische Belastung passieren.

Die Folge: 

Schmerzen, Rötung, Schwellung und im fortgeschrittenen Stadium sogar eitrige Entzündungen.

Besonders häufig betroffen: der große Zeh.

Warum die Behandlung wichtig ist

Was als kleines Zwicken beginnt, kann schnell zum ernsthaften Problem werden. Denn das eingewachsene Nagelstück reizt das Gewebe dauerhaft es kommt zur Entzündung, Bildung von Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) und im schlimmsten Fall zu chronischen Wunden, die sich bei Risikopatienten (z. B. Diabetikern) schlecht oder gar nicht mehr schließen.

Frühzeitiges Handeln erspart dem Patienten viel Leid und uns aufwendige Behandlungen.

Behandlungsansätze individuell und stadiengerecht


Die Therapie eines eingewachsenen Nagels hängt stark vom Stadium ab. Eine gute podologische Diagnostik ist deshalb der erste Schritt. Die Einteilung erfolgt meist in drei Stadien:


🟢 Stadium I – Reizung ohne Entzündung

  • Symptome: Druckgefühl, leichte Rötung, Schmerz beim Tragen enger Schuhe.
  • Behandlung: Entlastung durch sanfte Tamponade, fachgerechtes Kürzen des Nagels
  • Ziel: Druck vom Gewebe nehmen, Einwachsen verhindern.

 

🟡 Stadium II – Entzündung mit Sekretbildung (Eiter)

  • Symptome: Schwellung, Schmerz, eitriges Sekret.
  • Behandlung: Intensive Reinigung, antientzündliche Pflege (Ichtolan 20%), Entlastung mittels Nagelspangentechnik (z. B. BS-Spange).
  • Ziel: Entzündung eindämmen, Nagelwachstum sanft lenken.


🔴 Stadium III – Granulationsgewebe und chronische Entzündung

  • Symptome: „Wildes Fleisch“, starke Schmerzen, offene Stellen.
  • Behandlung: Enge Zusammenarbeit mit dem Arzt notwendig (evtl. Antibiotikatherapie oder chirurgischer Eingriff), podologische Nachsorge mit regelmäßiger Tamponade, langfristiger Einsatz von Nagelspangen.
  • Ziel: Rückbildung des Gewebes, Wiederherstellung der Nagelform und -funktion.

 

Fazit

Ein eingewachsener Nagel ist kein „kleines Übel“, sondern gehört in fachkundige Hände und das so früh wie möglich. Mit dem richtigen Wissen, dem passenden Werkzeug und viel Fingerspitzengefühl kannst du deinen Patienten effektiv helfen und oft auch eine Operation verhindern.

Bleib wachsam bei den ersten Anzeichen denn früh erkannt, ist halb behandelt. 😉

Hier gehts zum Video -> Hier Klicken

 

Eure Podologin Andrea

 

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